Digitales Theater am SGF
hallt es durch die Kopfhörer der Oberstufe. Gebannt verfolgen die vier Deutschkurse am 4. und 11. März 2026 durch ihre VR-Brillen den zwielichtigen Wetterglashändler und Nathanael – mittendrin statt nur dabei.
Passend zum Augen- und Puppenmotiv der schwarzromantischen Erzählung Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann hat sich das Staatstheater Augsburg einiges einfallen lassen: In nur 35 Minuten Spielzeit entfaltet sich ein intensives, fast beklemmendes Theatererlebnis, das die Zuschauenden nicht nur durch Schauspiel, sondern auch durch raffiniert eingesetzte Figuren der Puppenkiste in seinen Bann zieht. Realität und Illusion verschwimmen – ganz im Sinne Hoffmanns.
Im Anschluss stellte sich Benjamin Seuffert, Leiter der Digitalsparte am Staatstheater, den zahlreichen Fragen der Oberstufenschülerinnen und -schüler. Besonders interessierten sie sich für die technischen Hintergründe der Produktion sowie den beruflichen Werdegang des ehemaligen SGF-Schülers. Dabei wurde deutlich: Gerade die rund 30-minütigen VR-Inszenierungen eröffnen Schulen neue Wege, Theater erfahrbar zu machen. Das Stück kommt per „Lieferservice“ direkt ins Klassenzimmer, ist mit etwa zehn Euro vergleichsweise günstig und über längere Zeiträume verfügbar – ein niederschwelliges Angebot mit großer Wirkung.
Und wie fällt das Urteil der Schülerinnen und Schüler aus? Für viele war es die erste Begegnung mit digitalem Theater – und eine, die nachwirkt. Dass einem die Figuren und ihre Abgründe so unmittelbar nahekommen, beeindruckt ebenso wie es verstört. Genau diese Irritation dürfte ganz im Sinne Hoffmanns sein.
Vielen Dank an Frau Hage für die Organisation des schaurig-schönen Erlebnisses!
StRin J.Beurer


